Nordkorea und das Geltungsbedürfnis eines diktat. Staates

Seit geraumer Zeit steht der ostasiatische Staat Nordkorea in der Kritik der internationalen Staatengemeinschaft (UNO), besonders seitens der Vereinigten Staaten. Grund dieses Misstrauens ist die unerlaubte Anreicherung von nuklearem Material, das für die Kernforschung und den Bau von neuartigen Atomwaffen notwendig ist.

Nach nunmehr drei Atomwaffentests verschärfte die UNO ihre Sanktionen gegen den offiziell kommunistischen Staat. Nordkorea reagierte keineswegs eingeschüchtert auf die öffentliche negative Kritik der Vereinten Nationen. Vielmehr erhöhte der kleine Staat seine Aggressivität und machte öffentlich seine Konfliktbereitschaft kund.

Mit dem offiziellen Wiederaufnehmen des seit dem Koreakrieg 1953 bestehenden Kriegszustand mit seinem südlichen Nachbarn Südkorea, geht Nordkorea auf direkten Konfrontationskurs mit den Großmächten dieser Erde und verliert darüber hinaus das Vertrauen seines mächtigen Verbündeten Chinas.

Seitdem erreichen die Medien beinahe täglich neue Meldungen über verschärfte Provokationen seitens des diktatorischen Regimes auf der nördlichen Halbinsel. Nachdem der einzige gemeinsame Wirtschaftsweg mit Südkorea mit dem Industriegebiet Kaesong für Arbeiter beider Seiten geschlossen wurde und den Botschafter diverser Nationen aus Sicherheitsgründen nahegelegt wurde, das Land zu verlassen, erreichte die USA die verbale Attacke, dass der Atomwaffeneinsatz gegen feindlich gesinnte Länder offiziell genehmigt worden sei.

Nun wurden als Machtdemonstration mehrere Mittelstreckenraketen an geeignete Stützpunkte gebracht und damit gedroht, diese im Kriegsfalle ohne zu zögern abzufeuern.

Derweil ergreifen die benachbarten Staaten Südkorea und Japan die ersten Vorkehrungen im Falle eines tatsächlichen Angriffs Nordkoreas. So wurden in beiden Staaten Abfangraketen installiert, sodass vermeintliche Atomraketen aus dem Norden kommend, kurzfristig aufgehalten werden können.

Die Bevölkerung ist darüber hinaus weitgehend unbeeindruckt. Zwar ist eine gewisse Unsicherheit zu verspüren, doch das Alltagsleben in der südkoreanischen Hauptstadt blieb weitgehend unbeeinflusst. So richtig scheint niemand zu glauben, dass Nordkorea tatsächlich technisch imstande wäre und dazu noch die größenwahnsinnige Leichtsinnigkeit hätte, einen Atomangriff zu wagen.

Vielerorts fragt man sich nun, was Nordkorea und sein diktatorischer Führer Kim Jong Un mit seinen Drohgebärden bezwecken möchte. Nicht selten fallen Begriffe wie „Größenwahn“ oder „Machtbesessenheit“ über den gleichzeitig politischen wie auch militärischen Führer. In Südkorea werden die Provokationen auch mit einem Aufmerksamkeitsdefizit in Verbindung gebracht.

Trotz der scheinbaren Sicherheit, Nordkoreas Drohgebärden seien nur verbal provokativer und keineswegs kriegerischer Natur, bleibt die Sorge über die zukünftigen Aktivitäten der nördlichen Halbinsel, die seit nunmehr über 50 Jahren von der Familie des Machthabers regiert wird. Die Sorge resultiert unter anderem aus einem wachsenden Mangel an Informationen über die Nation. Nordkorea wird als eines der ärmsten und militärischsten Länder der Welt angenommen, in dem in etwa jeder zwanzigste Mensch dem Militär angehöre.

Ob und inwiefern die diversen Spekulationen über das Land zutreffen ist nicht gesichert.

Sicher ist, dass die Drohgebärden auch in der kommenden Zeit nicht nachlassen und die Medien weiter regelmäßig über die bekannte Volksrepublik berichten werden.
Bislang sind wohl die USA die einzigen Profitträger dieses Manövers, indem ihre Rüstungsindustrie angekurbelt wird und sie sich in der Lage sehen, ihre militärische Vormachtstellung mit einem Aufgebot moderner nicht-nuklearer Kriegsmaschinerie zu demonstrieren.
Es bleibt abzuwarten, inwiefern Nordkorea Einfluss auf die Zukunft der Menschheitsgeschichte nehmen wird.